Holznägel statt Metall, Schlitz‑und‑Zapfen mit CNC‑Präzision, sichtbare Faserverläufe als Ornament: So wächst ein Pavillon in Klagenfurt, dessen Tragwerk an Almhütten erinnert, aber zerlegt transportiert und vor Ort trocken montiert wird. Besucher streichen über die warmen Kanten, spüren Handarbeit in jeder Fase und bemerken, wie der Geruch nach Harz und Öl Gespräche über Herkunft, Pflege und Reparierbarkeit anstößt.
Ultradünne Natursteinfurniere auf nachwachsenden Trägern vereinen Haptik und Gewichtsvorteile. Ein Café in Triest nutzt Karst‑Kalk als hauchdünne Haut über gebogenem Holz, wodurch Theken weich erscheinen und dennoch eine geologische Gravität ausstrahlen. Gäste sehen Adern, die wie Wolken ziehen, und fühlen beim Abstellen einer Tasse diese unaufdringliche Kühle, die Getränke, Gespräche und Erinnerungen gleichermaßen trägt, ohne je dominant zu werden.
Ein Studio in Bozen überträgt Strickmuster in keramische Reliefs: Wellen, Rippen, Perlmuster werden zu Fliesen, die Licht bündeln und Akustik bändigen. Die Kooperation begann, als eine Designerin ihre Lieblingsjacke auf Ton legte, die Struktur abnahm und daraus eine Wand entwickelte. Besucher erkennen kein Zitat, sondern fühlen Vertrautheit. So entsteht ein Raum, der wie ein leiser Pulsschlag verbindet, statt zu behaupten.
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